Niedersächsischer Verband Deutscher Sinti e.V. - Über Uns

Der Niedersächsische Verband Deutscher Sint e.V. vertritt die Interessen der etwa 12.000 in Niedersachsen lebenden Sinti. Darüber hinaus wird unsere Einrichtung oft um Hilfe und Unterstützung aus den Nachbarländern Niedersachsens gebeten.

Die Geschäfts- und Beratungsstelle wird vom Land Niedersachsen gefördert. Geschäftsführendes Vorstandsmitglied ist Manfred Böhmer. In der Beratungsstelle sind drei hauptamtliche und zwei Halbtagskräfte tätig. Die Arbeit des Verbandes und der Beratungsstelle wird unterstützt durch drei Beiräte.

Die offizielle Eröffnung der Beratungsstelle für Sinti und Roma fand im Oktober 1983 statt. Vorausgegangen war eine Vielzahl an Aktivitäten von Sinti-Vereinen wie dem Osnabrücker Sinti-Forum, von lokalen Vereinen in Leer, Hameln, Hildesheim und Göttingen und von einzelnen Sinti, die schon seit etwa 20 Jahren in der Bürgerrechtsarbeit für Sinti und Roma engagiert waren.

Seit 1981 fanden vierteljährlich Treffen im niedersächsischem Sozialministerium statt. Daran nahmen Vertreter der Sinti-Vereine, verschiedene Stadtverwaltungen, die evangelische und katholische Kirche und die Gesellschaft für bedrohte Völker teil. In diesen Treffen wurde die Gründung und Einrichtung einer Beratungsstelle vorbereitet.

Letztlich entscheidend für die Einrichtung der Beratungsstelle war der damalige Ministerpräsident Dr. Ernst Albrecht, der die große Not und Ungleichbehandlung von Sinti im Bereich der Wiedergutmachung, der sozialen Ausgrenzung, der Diskreditierung und Diskriminierung in der Gesellschaft erkannt hatte.

Die Beratungsstelle unterstand zunächst dem Verband Deutscher Sinti, dem späteren Zentralrat, und ist heute Teil des Niedersächsischen Verbands Deutscher Sinti, einer unabhängigen Interessenvertretung der niedersächsischen Sinti.

Damals vorrangiges Ziel der Gründer war die Durchsetzung menschenwürdiger Wiedergutmachungs- und Entschädigungsansprüche für die Opfer des Holocausts an den Sinti und Roma, sowie unmittelbare Hilfe für Sinti und Roma in sozialer Beratung und Unterstützung. Obwohl Sinti die gleichen Rechte besaßen, hatten sie schlechtere Wohnungen und größere Schwierigkeiten im Beruf und bei der Arbeitssuche als die "Mehrheitsbevölkerung".

Bis heute leiden Sinti und Roma immer noch unter latentem Rassismus, formalisierter Ausgrenzung und Stigmatisierungen. Ziel des Verbandes und der Beratungsstelle ist die Implementierung und Umsetzung des Europäischen Rahmenabkommens zum Schutz nationaler Minderheiten, zu denen auch die deutschen Sinti und Roma gehören.