Gedenkarbeit - Nds.Beratungsstelle für Sinti und Roma e.V.

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Nach mehrjähriger Vorbereitungszeit, verbunden mit den bekannten Schwierigkeiten und auch finanziellen Hindernissen konnte im März 2003 unsere Ausstellung „Aus Niedersachsen nach Auschwitz“ im Landtag eröffnet werden. Schirmherr wurde der damalige Landtagspräsident Gansäuer. Die Ausstellung hat inzwischen alle größeren Städte in Niedersachsen durchlaufen. Tausende Besucher haben die Ausstellung inzwischen gesehen bzw. an den Begleitveranstaltungen teilgenommen. Die Ausstellung ist keine Anklage. Sie steht unter dem Motto des gleichnamigen bundesweit renommierten Vereins „Gegen Vergessen – für Demokratie“, dem wir ebenfalls angehören. Im Menüpunkt "Ausstellung / Dokumentation / Presse" finden Sie einige Presseberichte über die Ausstellung in den einzelnen Städten.

27. Januar – Geboren um zu leben
Gedenkfeier für die Opfer des Nationalsozialismus
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„Man wird geboren um zu leben, aber wie soll man leben, … wenn man wie Dreck behandelt wird?“
Dieses Zitat aus dem Film „The Last Game“ lieferte das Motto, unter dem Schülerinnen und Schüler der Geschwister-Scholl-Oberschule in Bad Laer am 27. Januar die Gedenkfeier für die Opfer des Nationalsozialismus in der Gedenkstätte Augustaschacht gestalteten. Trotz drohenden Eisregens kamen über hundert Menschen zu dieser Veranstaltung, in deren weiterem Verlauf am Mahnmal im Außengelände Ansprachen gehalten und Kränze niedergelegt wurden.

Berührende Vorführung der Schülerinnen und Schüler der Geschwister-Scholl-Oberschule
Katharina, Julian, Daniel, Sophie, David und mit ihnen über zwanzig weitere Schülerinnen und Schüler hatten sich unter Leitung von Mareike Himmelreich darüber Gedanken gemacht, welche Gefühle und Empfindungen bei ihnen in der Zeit der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft wachgerufen worden wären und welche Wünsche und Hoffnungen sie an die Zukunft hätten richten können. Fündig wurden die Jugendlichen in Filmen, Biografien, Liedern, Gedichten und Zeitzeugen-Berichten. Ihre Gedanken formulierten sie sowohl live als auch in Audioeinspielungen.
So fühlten sich Lennart und Nick beeindruckt von Oskar Schindler, der als Industrieller Anstrengungen unternommen hatte, um den Zwangsarbeitern in seinem Unternehmen eine bessere Behandlung zukommen zu lassen. Philipp und Niklas erinnerten an den 7. Oktober 1944, als Häftlinge das Krematorium II in Auschwitz sprengten. Sie vermuten, dass die KZ-Wärter Gewissensbisse hatten, aber auf Befehle zu hören hatten. Maxi trug eine nicht enden wollende Liste aller Menschenrechte vor, gegen die das nationalsozialistische Regime während seiner Herrschaft verstoßen hatte. In wechselnder Besetzung trug die Klasse abschließend Verse aus dem Band „Auschwitz Gedichte“ vor.

Unter dem Motto "Geboren um zu leben" gestalten Schülerinnen und Schüler der Geschwister-Scholl-Oberschule aus Bad Laer die Gedenkfeier am Augustaschacht.

Foto: LVO

Die Erinnerung lebendig halten
Nach der berührenden Vorführung begaben sich die Veranstaltungsteilnehmer zum Mahnmal Augustaschacht. Hier erinnerte der Vize-Präsident des ausrichtenden Landschaftsverbandes Osnabrücker Land (LVO), Landrat Dr. Michael Lübbersmann, daran, dass die Zeitzeugen für die Geschehnisse in der nationalsozialistischen Zeit bald nicht mehr befragt werden können. Umso wichtiger sei es, dass junge Menschen sich weiter über diese Zeit informierten, weiter Zeugnis über die Verbrechen gegen die Menschlichkeit ablegten und die Erinnerung weiter lebendig hielten. Der Beitrag der Geschwister-Scholl-Oberschule sei ein Geschenk an unsere Gesellschaft, dankte Lübbersmann den jungen Menschen.

LVO-Vizepräsident Landrat Michael Lübbersmann appelliert in seiner Rede, die Erinnerung weiter lebendig zu halten.

Foto: LVO

Totenklage und Gebet
Nach einer Schweigeminute legte Lübbersmann gemeinsam mit der Osnabrücker Bürgermeisterin Karin Jabs-Kiesler einen Kranz am Mahnmal nieder, weitere Organisationen taten es ihnen gleich.
Anschließend sang Rabbiner Moshe Baumel von der Jüdischen Gemeinde Osnabrück die Totenklage für die in den Konzentrationslagern umgekommenen Juden. Manfred Böhmer, Vorsitzender des Niedersächsischen Verbandes deutscher Sinti, erinnerte mit einer bedrückenden und sehr persönlichen Geschichte an die Greuel, die auch den deutschen Sinti in den Lagern widerfahren sind: Seine kranke Großmutter wurden von den KZ-Wärtern im Beisein ihrer Töchter für tot erklärt, auf einen Totenkarren geladen und lebendig in einem Massengrab beerdigt. Böhmer beklagte, dass sein Volk heute noch Ausgrenzung und Verachtung ausgesetzt sei. Er beendete die Veranstaltung mit einem Gebet.

Manfred Böhmer, Niedersächsische Beratungsstelle für Sinti und Roma
, sprach ein Gebet für die Opfer des Nationalsozialismus. Links neben ihm Rabbiner Moshe Baumel von der Jüdischen Gemeinde Osnabrück, rechts Bürgermeisterin Karin Jabs-Kiesler, Osnabrück, und LVO-Vizepräsident Landrat Michael Lübbersmann.

Foto: LVO



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